Irenes Hausbar - Kleine Barkunde



WICHTIGE GERÄTSCHAFTEN:

Bevor man loslegen kann, braucht man erstmal die richtige Ausrüstung, wobei viele Geräte auch in einer normalen Küche zu finden sein sollten. Eine Zitronenpresse, eine Muskatreibe, ein Barmesser mit zwei Spitzen, ein Schneidebrett, ein Zeßtenreißer, kleine Schalen, Dosenöffner, Flaschenöffner, Korkenzieher, und Trinkhalme dürften in den meisten Haushalten schon vorhanden sein. Dazu benötigt man dann noch Stirer (Rührstäbchen), Cocktailspießchen, einen Sekt-, bzw. Falschenkühler, Barzange, Eiszange, Eiskübel und Eisschaufel (oft in Eismühlen integriert), einen Siphon wenn man Sodawasser selbst herstellen will und einen Meßbercher mit cl und/oder oz (Unzen) Einteilung. Wichtig auch noch Barlöffel, Barquirl, ein Rührglas, ein Blender (elektischer Mixer) und natürlich ein Shaker (möglichst zweiteilig), sowie ein Barsieb.

SCHERBEN BRINGEN GLÜCK:

Trotzdem ist es von Vorteil, wenn Gäste einer Bar ihre Cocktails aus ganzen Gläsern genießen können *g*! Ganz toll ist es dann natürlich, wenn man Drinks in extra dafür vorgesehnen besonderen Gläsern kredenzen kann. Neben den einfachen Bechergläsern (Tumblern), die es in allen möglichen Größen und Breiten gibt, sind Cocktailgläser wohl die wichtigsten die eine Hausbar enhalten sollte. Es gibt sie in vielen verschiedenen Ausführungen, z. B. als Cobblergläser (langstielig, mit großer Öffnung), als Cocktailschalen, oder exzentrisch im Likörglasstil, unten bauchig und oben schmal geformt. Besondere Gläser gibt es auch für Schaumwein: Den Sektkelch, die Sektschale und die Sektflöte. Auch Bowle (mit Henkel), Punsch (hitzebeständig) und Südwein (klein und tulpenförmig) haben ihre eigenen Gläser. Ballongläser, wie der Cognacschwenker, Karaffen (für Milchshakes) und die oft als Sektgläser benutzten Pousse-Cafe-Gläser sind ebenfalls hübsch anzusehen. Natürlich kann man Cocktails auch einfach im Rot- oder Weißweinglas servieren, was den Drink vielleicht weniger stilecht aber nicht unbedingt weniger schmackhaft macht.

SCHNAPS, DAS WAR SEIN LETZTES WORT:

So heißt es in einem alten Schlager, doch sollte das Totsaufen der Gäste an der Hausbar besser verhindert werden. Schnaps ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Branntwein jeder Art. Angeblich weil man nur einen "Schnapper" davon zu sich nehmen sollte.

LIKÖR - UNBEGRENZTE MÖGLICHKEITEN:

Liköre sind alle Spirituosen denen bestimmte Mengen an Zucker und/oder Stärkesirup, aromatischen Stoffen aus Pflanzen- und Fruchtauszügen (oder Destillaten), Fruchtsäfte oder ätherische Öle zugesetzt sind. Also praktisch alles, was nicht Schnaps, Wein oder Bier ist. Der Alkoholgehalt variiert je nach Kategorie (man unterscheidet z. B. Frucht-, Fruchtaroma-, Sahne, Emulsions-, Kräuter, Gewürz und Bitterliköre) stark von 15 vol.-% (z.B. Berentzen Sahneliköre) bis 56 vol.-% (z.B. Escorial grün) ist alles drin.

SAUER MACHT LUSTIG, BITTER MACHT...

Hungrig! Wenn man sich dann vollgestopft hat, kann man gleich zum nächsten Bittergetränk greifen..., um den Magen wieder zu beruhigen *g*!

KRIBBELWASSER:

Oder vornehmer Schaumweine sind Weine, die durch zusätzliche Gärung oder Zusetzung von Kohlensäure hergestellt werden. Bei 20°C in geschlossenen Behältern muß ein Überdruck von mindestens drei Bar aufzuweisen sein. Dann noch feste schütteln und der Korken zerschlägt den Kronleuchter *g*. Zu den Schaumweinen zählt der Sekt, der Crémant, der Spumante und Prosecco, sowie der Cava und der Krimsekt. Der erklärte König unter den Schaumweinen ist der Champagner, dem ich jedoch zugegebener Maßen nicht viel königliches abgewinnen kann. (Bin halt wahrscheinlich doch bloß ein Bar-Banause *g*!)

VERSETZTE WEINE:

Sind Weine die mit Zucker, Kräutern u.ä. versetzt werden. Zu ihnen gehört z.B. der Sherry und der Vermouth. Ich habe euch in meiner Südweintabelle einmal eine kleine Übersicht zusammengestellt.

SIRUP- BABBERT SÜSS & UNVERZICHTBAR:

Ersetzt er in antialkoholischen Getränken oft den Likör, spielt er auch bei den alkoholischen Mixturen eine große Rolle, als Farbgeber und/oder Süssmittel. Die wichtigesten Sirups einer Hausbar sind der Zuckersirup (leicht selbstgemacht, indem man 1:1 Wasser und Zucker verkocht) und der Grenadine (Granatapfelsirup). Auch Mandelsirup und der leichte Limettensirup 'Rose's Lime Juice' sind fast unerlässlich. Natürlich ist die Auswahl um einiges größer: Von Kiwi bis Mango, von Pfefferminz bis Ahornsirup, kann man sammeln bis der Kühlschrank platzt *g*! Im Notfall kann verdünnter Sirup auch den Fruchtsaft ersetzen.

SAFTLADEN:

Wieso dieses Wort auch als abfälliges Schimpfwort benutzt wird, weiß ich jetzt nicht genau, aber man könnte fast meinen, daß ein Alkoholfanatiker auf der Suche nach ein paar Drinks enttäuscht feststellen mußte 'nur' in einem Saftladen gelandet zu sein *g*.
Dabei sind Frucht und Gemüsesäfte durchaus nicht zu unterschätzende Zutaten in Mixgetränken. Doch Vorsicht! Saft ist nicht gleich Saft! Zu unterscheiden sind Säfte aus 100% Fruchtsaftkonzentrat, Nektare mit 25% (Tropische) bis 50% (Zitrus) Fruchtanteil und Fruchtsaftgetränke mit minimalem Fruchtanteil ähnlich wie bei Fruchtlimonaden. Am besten ist es natürlich, wenn man eine Saftpresse oder einen Entsafter besitzt und damit selbst naturreine 100%tige Fruchtsäfte herstellen kann.

ZITRONENSPRUDEL UND ANDERES DÜNNFLÜSSIGES:

Macht aus Shortdrinks Longdrinks. Zum Aufgießen und Verdünnen sind kohlensäurehaltige Getränke ideal. Neben Fruchtlimonaden werden Cola, Ginger Ale, Bitterlimonaden, und Tonicwater verwendet. Das klassische Sodawasser kann auch durch geschmacks-neutrales kohlensäurehaltiges Mineralwasser ersetzt werden.

VOM REINHEITSGEBOT KEINEN SCHIMMER:

Tja, obwohl Vater und Mutter echte Münchner Kindel waren, bin ich mit Wein großgezogen worden. Denn schon immer hatte unser Haushalt eine größere Affinität zum vergorenen Traubensaft als wie zum Gerstengebräu. Das geht oft soweit, daß man bei uns zum Händel-Essen dann fieberhaft nach einer Flasche Bier suchen muß und ob man eine findet ist zweifelhaft. Dennoch kann man natürlich auch mit Bier allerlei Mixturen fabrizieren, die ich hier auch nicht völlig ignorieren will und deswegen kurz ein paar Beispiele gebe:

Radler
Man mischt zu gleichen Teilen helles Bier und klare Zitronenlimonade. Bei uns Zuhause sehr beliebt, weil wenn nur eine Flasche Bier da ist, muß man den Maßkrug ja irgendwie anders vollbekommen *g*!

Ruß
Hier wird zu gleichen Teilen Weißbier (Weizen) mit Zitronenlimonade gemischt.

Berliner Weiße
0,33l Berliner Weißbier (Weizen) und darauf 0,07l Waldmeister oder Himbeersirup... dann ist die Preußenmaß voll *g*!

Churchill
2cl Campari mit einem viertel Liter Pils auffüllen.

Hundenase
Porterbier mit einem Schuß Gin.

Halb und Halb
Lagerbier und Porterbier zu gleich Teilen.

Dann kann man noch jedes Bier mit Sekt mischen:

Pils mit Sekt (1:1): Reichenberger
Helles mit Sekt (1:1): Adlerhorst
Dunkles mit Sekt (1:1): Diplomat
Weißbier (Weizen) mit Sekt (5:2) : Refraîchissement
Altbier mit Sekt (1:1): Radschläger-Aß

DAS AUGE SÄUFT MIT:

Sprich, nicht nur der Geschmackssinn will befriedigt werden sondern auch die Optik muß stimmen. Dazu muß die richtige Deko her. Die Früchte der Garnitur sollten natürlich zum jeweiligen Getränk farblich und/oder geschmacklich passen. Dabei muß es sich nicht immer gleich um einen ausgefallenen Fruchtspieß handeln. Oft reicht schon eine einfache Verzierung am Glasrand. Ein Zuckerrand oder eine aufgesteckte Zitrusscheibe oder Zeste lassen den Drink gleich nicht so nackt aussehen.

LIKE ICE IN THE SUNSHINE:

Doch nicht nur das Eis am Stiel oder in der Tüte erfrischt, auch Cocktails müssen gut gekühlt sein. Dazu sind Eiswürfel unerlässlich. Wenn die wieder einmal jemand aufgebraucht hat (zum lutschen oder murmeln *ggg*) ohne Neue zu machen, sind die Cocktails am dampfen und das darf nun wirklich nicht sein *g*! Je größer die Eiswürfel desto besser und, so seltsam es klingt, je 'wärmer' desto kühlender. Crushed ice (zerstoßenes Eis) läßt sich entweder im Küchentuch mit einem Fleischklopfer fabrizieren oder professioneller mit einer mechanischen oder elektrischen Eismühle.

ABER BITTE MIT SAHNE:
 

Auf so manchen Mixgetränken ist sie das sprichwörtliche Häubchen und flüssig eine wichtige Zutat. Auch andere Milchprodukte sollten bereitstehen: Frischmilch (zur Not auch H-Milch), Buttermilch, Dickmilch, Joghurt, Kefir und Kondensmilch. Sie machen Drinks schön cremig, besonders wenn man die mit 3,5% Fettgehalt verwendet.

Ach ja, Eier von glücklichen Hühnern wären auch nicht schlecht, da oft Eigelb und/oder Eiweiß beim Mixen von Drinks verwendet wird, das dickt bzw. zaubert eine schöne Schaumkrone auf den Cocktail.

TECHNO BLA BLA:

"Sie müssen nur die Induktoren neu kallibrieren, die Schildmodulation umjustieren und die Energie durch die Plasmarelais leiten", sagt Captain Janeway zu B' Elanna Torres, und sogar fortgeschrittene Trekkies verstehen bloß Raumstation *g*! Damit es euch auf diesen Seiten nicht genauso ergeht, hier einige wichtige Bar-Begriffe und ihre Bedeutung:

Abspritzen: Das Auspressen eines ungespritzten Zitrusschalenstücks über einem Drink, so daß ein paar Tropfen ätherisches Öl in den Cocktail kommen.

dash (Spritzer): 3-5 Tropfen

Schuß: Maßeinheit - 1cl

Barlöffel (BL): Maßeinheit - 0,5cl

Eßlöffel (EL): Maßeinheit - 1,5cl

Stirer: Rührstäbchen in verschiedenen
Farben und Designs

Strainer: Fachausdruck für das Barsieb

 

BESTÄTIGUNG NATIONALER VORURTEILE?

Nach Rezepten muß man nicht lange suchen. Die gibt's wie Sand am Meer, nicht nur im WWW sondern auch in Cocktailbüchern en Masse. Was das jetzt mit der Überschrift zu tun hat? Nun ja, wenn ihr eine deutsche Publikation in die Finger bekommt, findet ihr sinngemäß meistens einen Hinweis der lautet: Auf amateurhafte Eigenkreationen sowie das Abändern der Rezepte und Mengenangaben steht die Todesstrafe, denn so was gehört sich nicht! Zum Vergleich lautet das Fazit von amerikanischen Cocktailbüchern meistens: Probieren sie was aus, sein sie kreativ... Ach, machen sie doch was sie wollen! Tja... ;-)))


Bastelt euch eure eigene Bar... Hier geht's zu den Zutaten...


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